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	<title>klinische Psychologie Archive - Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</title>
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	<description>Paartherapie, Familientherapie, Einzeltherapie und Hypnotherapie</description>
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		<title>systemische Richtlinienpsychotherapie: Krankenbehandlung oder Entwicklungsprozesse (zu einem erfüllteren Leben &#8211; V. Satir “people making“)?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin_lr]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 09:39:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familientherapie und Familienberatung]]></category>
		<category><![CDATA[klinische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebens- und Beziehungsmuster]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/psychotherapie-krankenbehandlung-oder-entwicklungsprozesse-zu-einem-erfuellteren-leben-v-satir-people-making/">systemische Richtlinienpsychotherapie: Krankenbehandlung oder Entwicklungsprozesse (zu einem erfüllteren Leben &#8211; V. Satir “people making“)?</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<section class="kc-elm kc-css-639879 kc_row"><div class="kc-row-container  kc-container"><div class="kc-wrap-columns"><div class="kc-elm kc-css-16624 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12"><div class="kc-col-container"><div class="kc-elm kc-css-695467 kc_text_block"></p>
<h1>systemisches Richtlinienpsychotherapieverständnis &#8211; Ein Dilemma?</h1>
<p>Historisch gab und gibt es leider noch immer zwei unterschiedliche Perspektiven auf das Verständnis von Psychotherapie: Auf der einen Seite das medizinische Modell (Psychotherapie als Krankenbehandlung), auf der anderen das humanistisch-wachstumsorientierte Modell (Psychotherapie als Entwicklungsprozess).</p>
<h2>Das medizinische Modell: Reparieren, was „kaputt“ ist</h2>
<p>In vielen Gesundheitssystemen gilt Psychotherapie offiziell als Krankenbehandlung. Das bringt klare Vorteile mit sich: Diagnosen, evidenzbasierte Methoden, Abrechenbarkeit und Schutz vor unseriösen Angeboten. Der Fokus liegt auf Symptomreduktion.</p>
<p>Doch dieses Modell birgt eine Gefahr: Es reduziert den Menschen leicht auf seine Defizite und Symptome. Der Blick bleibt auf dem, was „nicht funktioniert“, statt auf dem, was werden könnte.</p>
<h2>Virginia Satir: Psychotherapie als „people making“</h2>
<p>Virginia Satir (1916–1988) sah Psychotherapie grundlegend anders. Für sie ging es nicht primär um Reparatur, sondern um Wachstum und Entfaltung.<br />Jeder Mensch besitzt innere Ressourcen und ist grundsätzlich wertvoll – unabhängig von seinen aktuellen Verhaltensmustern oder Symptomen.</p>
<p>Satir wollte Menschen helfen, authentisch zu kommunizieren, ihre eigene Würde zu spüren und in Beziehungen lebendig zu sein. Ihre berühmten fünf Freiheiten laden zur Kongruenz und Selbstverwirklichung ein.</p>
<ol>
<li>Die Freiheit zu sehen und zu hören, was wirklich da ist (statt was sein sollte).</li>
<li>Die Freiheit zu sagen, was man wirklich fühlt und denkt.</li>
<li>Die Freiheit zu fühlen, was man wirklich fühlt.</li>
<li>Die Freiheit zu bitten, was man braucht.</li>
<li>Die Freiheit, Risiken einzugehen – für das eigene Wachstum.</li>
</ol>
<h2>Günther Schiepek und die synergische Perspektive</h2>
<p>Günther Schiepek liefert mit seiner synergischen Perspektive (basierend auf der Synergetik von Hermann Haken) ein modernes, wissenschaftlich fundiertes Modell für Selbstorganisationsprozesse, die nicht nur Musterbildung auf der Verhaltensebene sondern auch auf neuronaler Ebene beschreiben. Man kann sich die Persönlichkeit eines Menschen wie eine Potentiallandschaft vorstellen: Also eine hügelige Landschaft, mit Tälern und Bergen. Jedes Tal steht für einen Attraktor – ein stabiles Muster aus Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen. Die Tiefe eines Tals zeigt, wie stabil und schwer zu verlassen dieses Muster ist.</p>
<p>Schiepek zeigt, dass psychische Symptome oft das Ergebnis von Selbstorganisationsprozessen sind: Unter ungünstigen Bedingungen (wiederholte negative Erfahrungen, Stress, belastende Beziehungen) verengen sich die Möglichkeitsräume. Problematische Muster graben sich tief ein und werden zu rigiden, stabilen Tälern, aus denen das System nur schwer herausfindet und/oder Symptome entstehen.</p>
<p>In diesem Modell kann Psychotherapie Bedingungen schaffen, unter denen das System sich selbst neu organisiert. Durch gezielte Veränderungen von Kontrollparametern (z. B. in der therapeutischen Beziehung, durch Ressourcenaktivierung oder bewusste Aufmerksamkeitslenkung) lassen sich rigide Attraktoren destabilisieren.</p>
<p>Es entstehen Phasen der Instabilität, aus denen neue, flexiblere und lebendigere Muster hervorgehen können – die Potentiallandschaft wird wieder weiter, vielfältiger und entwicklungsfähiger.<br />Die synergetische Perspektive erklärt einerseits, wie negative Muster und letztlich Symptome entstehen, erklärt den Menschen aber nicht zu einem defekten Objekt, das repariert werden muss, sondern zu einem selbstorganisierenden System mit einem großen inneren Potential für Ordnungswandel und Wachstum. Psychotherapie wird zum synergetischen Prozessmanagement – zur intelligenten Begleitung von Selbstorganisation.</p>
<h2>Was könnte demnach Psychotherapie sein?</h2>
<p>Satir zeigt warum und wozu wir wachsen wollen: für mehr Authentizität, Würde und lebendige Beziehungen. Schiepek liefert das wissenschaftliche Fundament und erklärt wie dieser Wachstumsprozess in komplexen Systemen tatsächlich abläuft. Zusammen bilden sie ein starkes Argument für eine synergische, potentialorientierte Psychotherapie – jenseits eines rein symptomzentrierten Reparaturmodells.</p>
<p>Beide sehen den Menschen als lebendiges, selbstorganisierendes System, dessen Entfaltung im Mittelpunkt stehen sollte, unter Anerkennung der Tatsache dass solche Prozesse häufig Unterstützung benötigen. Ab einer gewissen Schwere des Leids ist dies zumindest in diesen Fällen mit der Logik des Gesundheitssystems im Einklang, dass es professionelle Hilfe bedarf, um komplexe Prozesse im bio-psycho- sozialen System zu reorganisieren. Gleichzeitig möchte ich hier auch darauf verweisen, dass soziale Systeme (Familien, Gruppen, Gemeinschaften), ebenso ein erhebliches Potential zur Förderung von Veränderungen haben, wenn diese offen für Veränderung und für die Vielfalt des Lebens sind. Sofern ein soziales System nicht selbst über die Ressourcen verfügt, können diese auch mit Hilfe von nicht im Gesundheitswesen tätigen ausgebildeten systemischen KollegInnen entwickelt werden.</p>
<h2>Integration der beiden Perspektiven</h2>
<p>In akuten Krisen oder bei schwersten Störungen kann eine klare, symptomorientierte Herangehensweise sinnvoll und notwendig sein. Hier ist die Logik der Krankenbehandlung zunächst ein schlüssiger Ansatz.<br />Gleichzeitig verlieren wir etwas Wesentliches, wenn wir nur in dieser Logik denken: Die Freude am persönlichen Wachstum, die Würde jenseits der Diagnose und die Möglichkeit tiefgreifender, nachhaltiger Veränderung.</p>
<p>Gute Psychotherapie kann beides – Leiden lindern und Leben bereichern. Sie hilft nicht nur, aus engen Tälern herauszukommen, sondern die ganze Potentiallandschaft wieder lebendig und vielfältig zu machen. Allerdings setzt dies die eigene Bereitschaft zur Transformation und Veränderung voraus.</p>
<h4>siehe auch:</h4>
<p><a href="https://lesliereutter.de/definition-systemische-therapie-gemaess-pt-richtlinie-stand-august-2024/" target="_blank" rel="noopener">link zu: Definition systemische Therapie nach PT-Richtlinie: https://lesliereutter.de/definition-systemische-therapie-gemaess-pt-richtlinie-stand-august-2024/</a></p>
<p><a href="https://reutters-documentaryfilms.de/systemische-therapie/" target="_blank" rel="noopener">Experteninterviews zum Stand der ST Gesundheitswesen: https://reutters-documentaryfilms.de/systemische-therapie/</a></p>
<h4>Literatur</h4>
<p>Satir, V. (1994). Kommunikation. Selbstwert, Kongruenz, Paderborn.</p>
<p>Schiepek, G. (2006). DIE NEURONALE SELBSTORGANISATION VON PERSÖNLICHKEIT UND IDENTITÄT THE NEURAL SELF-ORGANIZATION OF PERSONALITY AND PERSONAL IDENTITY.</p>
<p>Stierlin, H. (1976). Das Tun des einen ist das Tun des anderen: Eine Dynamik menschlicher Beziehungen.</p>
<p>
</div></div></div></div></div></section>
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		<title>psychiatrische Notfälle &#8211; Was tun?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin_lr]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jun 2025 15:01:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[klinische Psychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/psychiatrische-notfaelle-was-tun/">psychiatrische Notfälle &#8211; Was tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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<div class="kc-elm kc-css-875188 kc-title-wrap ">
<h2 class="kc_title">Ich bin selbst betroffen, </h2>
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<div class="kc-elm kc-css-3883729 kc-title-wrap ">
<h3 class="kc_title">&#8230;ich bin aber NICHT akut suizidgefährdet</h3>
</div>
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<p>
<strong>1. Sie haben bereits einen behandelnden Psychiater oder </strong><strong>Psychotherapeuten</strong><strong>?</strong></p>
<p>Versuchen Sie diesen zu kontaktieren</p>
<p><strong>2. Sie haben keinen behandelnden Psychiater oder Psychotherapeuten?</strong></p>
<p>Wenn Sie kurzfristig einen ambulanten therapeutischen Termin benötigen:<strong><br />
</strong>Nutzen Sie bitte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und die Terminservicestelle unter <strong>116 117</strong> zur Vereinbarung eines psychotherapeutischen Sprechstundentermins.</p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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<h3 class="kc_title">&#8230; ich bin akut Suizidgefährdet</h3>
</div>
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<h5 class="kc_title">(Sie haben einen konkreten Plan und können nicht mehr garantieren diesen NICHT umzusetzen )</h5>
</div>
<div class="kc-elm kc-css-2561640 kc_text_block">
<p>
<strong>1. Sie können noch selbstständig in die nächste Klinik?</strong></p>
<p>Bitte begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik in Ihrer Nähe oder in das nächste Krankenhaus.</p>
<p><strong>2. Sie können nicht mehr selbstständig in die nächste Klinik?</strong></p>
<p>Bitte rufen Sie einen Krankenwagen: <strong>112</strong></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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<h2 class="kc_title">Ein anderer ist betroffen</h2>
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<h3 class="kc_title">&#8230; ist aber NICHT fremdgefährdend</h3>
</div>
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<p>
<strong>Unterstützen Sie die Person eigenständig die Punkte oben selbstständig durchzuführen oder übernehmen Sie in Absprache mit der Person die Schritte,welche die Person nicht mehr eigenständig umsetzen kann.</strong></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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<h3 class="kc_title">&#8230; ist akut fremdgefährdend</h3>
</div>
<div class="kc-elm kc-css-891890 kc_text_block">
<p>
<strong>Bitte rufen Sie die Polizei: 110</strong></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/psychiatrische-notfaelle-was-tun/">psychiatrische Notfälle &#8211; Was tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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		<title>Systemische Therapie als Richtlinienverfahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin_lr]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jan 2025 12:35:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[klinische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/systemische-therapie-als-richtlinienverfahren/">Systemische Therapie als Richtlinienverfahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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<p>Meine Dokumentation zum Sachstand der Systemischen Therapie und dem Gesundheitswesen ist veröffentlicht:  Mehr dazu auf der Projektseite: <a href="https://reutters-documentaryfilms.de/systemische-therapie/" target="_blank" rel="noopener">https://reutters-documentaryfilms.de/systemische-therapie/</a></p>
</div>
</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/systemische-therapie-als-richtlinienverfahren/">Systemische Therapie als Richtlinienverfahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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		<title>psychologische Diagnosen</title>
		<link>https://lesliereutter.de/psychologische-diagnosen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin_lr]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2015 11:12:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[klinische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[DSM-4]]></category>
		<category><![CDATA[DSM-5]]></category>
		<category><![CDATA[F-Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[ICD-10]]></category>
		<category><![CDATA[ICD-11]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Krankheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung in unserer normalen Alltagssprache wird häufig von &#8220;psychischen Krankheiten&#8221; gesprochen. Doch hier beginnt schon das erste Problem: Ab wann ist man eigentlich krank (und ab wann gesund)? &#8220;Präzision ist das Gegenteil von Klarheit&#8221; &#8211; Nils Bohr Dieser Artikel versucht ein sehr komplexes Thema so verständlich wie nur möglich darzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/psychologische-diagnosen/">psychologische Diagnosen</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Einleitung</h1>
<p>in unserer normalen Alltagssprache wird häufig von &#8220;psychischen Krankheiten&#8221; gesprochen. Doch hier beginnt schon das erste Problem: Ab wann ist man eigentlich krank (und ab wann gesund)?</p>
<blockquote><p>&#8220;Präzision ist das Gegenteil von Klarheit&#8221; &#8211; Nils Bohr</p></blockquote>
<p>Dieser Artikel versucht ein sehr komplexes Thema so verständlich wie nur möglich darzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinen Verständlichkeit und Klarheit. Der Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Überlegungen. Auf eine absolut präzise Darstellung mit detaillierten Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen wird allerdings, zu Gunsten der Verständlichkeit verzichtet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>das Problem der Definition von Gesundheit und Krankheit</h1>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Krankheit ist definiert als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Bei der Abgrenzung der Krankheit von Gesundheit ist eine bestimmte, aus einer Vielzahl von Beobachtungen mithilfe statistischer Methoden gewonnene Schwankungsbreite zu berücksichtigen, innerhalb derer der Betroffene noch als gesund angesehen wird. Bei der Beschreibung einer Krankheit muss zwischen ihren Ursachen (Krankheitsursache) und ihren sichtbaren Anzeichen (Symptomen) unterschieden werden&#8230;.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Quelle: <span lang="de">Der Gesundheits-Brockhaus, F.A. Brockhaus <acronym lang="de" title="Gesellschaft mit beschränkter Haftung">GmbH</acronym>, Leipzig &#8211; Mannheim zitiert nach <a href="https://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&amp;p_aid=0&amp;p_knoten=FID&amp;p_sprache=D&amp;p_suchstring=9404" target="_blank" rel="noopener">link</a></span></p>
<p><strong>Vereinfacht ausgedrückt, gilt als Krankheit, alles das, was unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigt &#8211; sprich: Leid verursacht.</strong></p>
<p>Im Bereich der Psyche ist dies allerdings eine sehr vage Definition. Unsere Psyche ein hochkomplexes System, das eine enorme Eigendynamik aufweist. Jeder Mensch reagiert anders auf das selbe Ereignis. Man kann zwar mit statistischen Durchschnittswerten erfassen, wie die Mehrheit in bestimmten Situationen reagiert, aber das heißt noch lange nicht, dass Menschen, die die Situationen anders als der Durchschnitt erleben, deshalb kränker oder gesünder sind. Es gibt zwar Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie wir ein kritisches Ereignis, zum Beispiel einen schweren Unfall verarbeiten, aber dennoch ist es nicht möglich, vorherzusagen, wer ein solches Ereignis gut von selbst verarbeitet und wer darin Unterstützung benötigt.</p>
<p>Eine weiteres Problem der Definition ist das Problem der Sichtbarkeit. Denn die Psyche ist unser subjektive, inneres Erleben, dass also nur jedem einzelnen für sich selbst zugänglich ist und daher nicht von objektiv gemessen und beobachtet werden kann. Jeder Arzt oder Psychologe kann also nur soviel sehen, wie dem Klienten bewusst ist und dieser auch gewillt ist, mitzuteilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Problem des Krankheitsbegriffes</h1>
<p>Die Begriffe &#8220;psychische Krankheit&#8221; oder &#8220;psychische Störung&#8221; führen in der Regel leider zu einem völligen Missverständnis der Sachlage. Nach der Definition oben kann es nur eine Störung des psychischen oder sozialen Wohlbefindens geben. Also nicht der Klient ist gestört sondern lediglich sein Wohlbefinden. Weiterhin führt der Begriff der Krankheit schnell dazu, die Konzepte aus der Organmedizin auf die Psychologie zu übertragen.</p>
<p>Bei einem gebrochenen Bein, zum Beispiel, kann ein Arzt mittels eines Röntgengerätes zweifelsfrei feststellen, dass das Bein gebrochen ist. Der Patient kann nichts tun, außer den Experten zu bitten, ihn zu heilen. Der Patient ist passiv, der Experte löst das Problem.</p>
<p>Im Bereich der Psyche, die ja aus unserem Denken, Handeln und Erleben besteht, ist es anders. Hier kann der Experte lediglich</p>
<ul>
<li>für einen sicheren Rahmen Sorgen, in dem die Welt des Patienten/Klienten offen und konstruktiv reflektiert werden kann</li>
<li>&#8220;Werkzeuge&#8221; reichen, die der Klient/Patient in seiner individuellen Wirklichkeit ausprobieren um eine Verbesserung des subjektiven Erlebens zu  erreichen</li>
<li>einen Rahmen zu schaffen, in dem der Klient/Patient neue hilfreiche Erfahrungen machen kann, die ihm dabei helfen, Blockaden zu überwinden.</li>
</ul>
<p>Um also erfolgreich und nachhaltig sein psychisches und soziales Wohlbefinden zu steigern, braucht es einen aktiven und selbstverantwortlichen Klienten/Patienten und einen Experten, der dem Klienten / Patienten auf Augenhöhe dabei assistiert.</p>
<p>Dennoch hat der Krankheitsbegriff eine Bedeutung. Allerdings nur im sozialrechtlichen Kontext (siehe unten).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Wie sind die Störungsbilder definiert?</h1>
<p>Die Psychologie versteht sich als Naturwissenschaft. Daher muss sie also Theorien, Beschreibungen und Erklärungen von Ursachen und Wirkungen nachweisbar belegen. Dies erfordert abstraktere Kategorien in denen man das individuelle Erleben zusammenfassen kann, um dann zusammenhänge auf einer abstrakteren Ebene darzustellen. Nehmen wir als Beispiel die Kategorie &#8220;Trauer&#8221;. Trauer : die meisten Leser haben sicherlich sofort eine Idee, wie sich das anfühlt, wie man sich dann verhält, etc. Auf der individuellen Ebene in einer konkreten Situation sind die konkreten Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen aber sehr verschieden (je nach Alter, Ursache, Kultur,, etc). Nun gibt es bestimmte Verhaltensweisen die Abhilfe schaffen können: z.B. &#8220;trösten&#8221;. Doch was nun genau wen in welcher Situation tröstet, ist wieder sehr Individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig (Anm. Trauer dient lediglich als Beispiel zur Veranschaulichung. Trauer ist derzeit nicht im ICD-10, im DSM-5 gibt es allerdings die Tendenz, langanhaltende Trauer im Bereich der Depression zu verorten).</p>
<p>Um nun Zusammenhänge auf der Ebene von &#8220;Trauer&#8221; und &#8220;trösten&#8221; erforschen zu können, bedurfte es eines Kataloges von Phänomenen und konkreteren Symptomen. So entstand der DSM (<a title="Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnostic_and_Statistical_Manual_of_Mental_Disorders">Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>DSM und ICD (Buchstabencode &#8220;F&#8221;)</h2>
<p>Der amerikanische DSM und der Internationale ICD (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_statistische_Klassifikation_der_Krankheiten_und_verwandter_Gesundheitsprobleme" target="_blank" rel="noopener">(International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems)</a> sind also zunächst nur Zusammenstellungen von Kategorien des gestörten Wohlbefindens und den einzelnen Symptomen, die in die Klasse des Phänomens gehören. Also zum Beispiel:</p>
<p><strong>ICD-10 F32.- Depression: </strong></p>
<p>der betroffene Patient leidet unter</p>
<ul>
<li>einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität.</li>
<li>Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert.</li>
<li>Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten.</li>
<li>Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert.</li>
<li>Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt.</li>
<li>Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor.</li>
<li>Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten &#8220;somatischen&#8221; Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude,</li>
<li>Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.</li>
</ul>
<p>In der Regel gibt es ebenfalls noch die Komponente &#8220;Zeit&#8221;. D.h. die Symptome müssen über einen bestimmten Zeitraum vorhanden sein.</p>
<p>Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.</p>
<h3>Mehrfach und Fehldiagnosen</h3>
<p>Häufig kommt es vor, dass Hausarzt, Psychiater, Klinik und Psychotherapeuten mehrere unterschiedliche Diagnosen ausstellen. Dies führt oft zu Irritationen bei den Patienten, die dann oft glauben, sie könnten nur dann richtig behandelt werden, wenn die richtig &#8220;richtige und wirkliche&#8221; Diagnose feststeht. Natürlich gibt es Studien zur Wirksamkeit von Interventionen bei bestimmten Störungsbildern. Allerdings sind dies eben nur sehr abstrakte Erkenntnisse auf der Ebene künstlicher Kategorisierungen.</p>
<blockquote>
<div id="stcpDiv">&#8220;Jeder Mensch ist ein Individuum. Die Psychotherapie sollte deshalb so definiert werden, dass sie der Einzigartigkeit der Bedürfnisse eines Individuums gerecht wird, statt den Menschen so zurechtzustutzen, dass er in das Prokrustesbett einer hypothetischen Theorie vom menschlichen Verhalten passt.&#8221; &#8211; Erickson 1979</div>
</blockquote>
<p>Entscheidend ist daher, ob die Therapie zur Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens beiträgt oder nicht und weniger ob sich nun die Experten einig sind, in welche Kategorie das jeweilige Erleben nun einzuordnen ist.</p>
<p>Wichtig: Dieser Abschnitt bezieht sich nicht auf organische Ursachen&#8221; ob organische Ursachen für das psychische Leid verantwortlich sind, sollte ebenfalls abgeklärt werden. Es gibt diverse psychische Symptome die zum Beispiel durch Mangel an bestimmten Stoffen hervorgerufen sein können.</p>
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<h2>sozialrechtliche Bedeutung</h2>
<p>Unser Gesundheitssystem ist dafür da, die Kosten zu Übernehmen, um Einschränkungen des individuellen Wohlbefindens ab einer gewissen Intensität zu lindern. Doch ab wann ist eine Störung des psychischen Wohlbefindens &#8220;behandlungsbedürftig&#8221; (sprich die Krankenkassen müssen für die Kosten aufkommen)? Um diese Frage generell und nachvollziehbar zu beantworten, hat man sich auf den ICD bzw. DSM geeinigt. D.h. alle Phänomene, die im ICD oder DSM klassifiziert sind, gelten als behandlungsbedürftig und werden somit von den Krankenkassen finanziert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Was bedeutet das für die Patienten / Klienten?</h1>
<p>Störungen des psychischen Wohlbefindens treten häufig nicht plötzlich auf sondern entwickeln sich langsam. Je früher man sich dem Thema annimmt, desto leichter lässt sich das Wohlbefinden wieder herstellen. Allerdings finanzieren die Krankenkassen die Therapie erst, wenn ausreichend Symptome (siehe oben) aufgetreten sind und somit in der Regel schon eine längere Leidensgeschichte entstanden ist. Dies schafft nun folgende Dilemmasituation:</p>
<p>Will man, dass die Krankenkasse die Kosten für die Therapie übernimmt, muss die Störung des Wohlbefindens als so schwerwiegend beschrieben werden , dass sie den Diagnosekriterien entspricht. Dies wiederum fokussiert den Patienten aber auf die Einschränkungen und das Leid. Geht nun der Patient vom klassischen Krankheitsbild aus, d.h. er denkt er &#8220;hat&#8221; eine Depression ähnlich wie man eine Krebs hat, so behindert diese Einstellung den Behandlungserfolg, da der Patient sich ja als Ohnmächtig erlebt, was wiederum die depressiven Gefühle massiv verstärkt. Um eine Lösung herbei zu führen wäre aber eine Fokussierung auf die Fähigkeiten des Patienten der deutlich bessere Weg.</p>
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<p>&#8220;psychisch krank&#8221; oder wie wirklich ist ein rosa Einhorn?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lesliereutter.de/psychologische-diagnosen/">psychologische Diagnosen</a> erschien zuerst auf <a href="https://lesliereutter.de">Leslie Reutter - Psychologe M.Sc. - Lübeck</a>.</p>
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		<title>Depression &#8211; einige Fakten &#8211; Warum Therapie?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jul 2012 13:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[klinische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der amerikanische Psychotherapeut Michael Yapko (1988) schreibt: 30-40 Millionen (von 315 Million) Amerikaner leiden unter einer diagnostizierbaren depressiven Störung Jeder 4. Amerikaner durchlebt mindestens eine ernste depressive Phase in seinem Leben Nur 25-50% der Betroffenen bekommen eine Behandlung Depressionen treffen alle Altersklassen Viele Depressionen sind von psychosomatischen Problemen überlagert und werden dadurch nicht erkannt Hinter [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Psychotherapeut Michael Yapko (1988) schreibt:</p>
<p>30-40 Millionen (von 315 Million) Amerikaner leiden unter einer diagnostizierbaren depressiven Störung<br />
Jeder 4. Amerikaner durchlebt mindestens eine ernste depressive Phase in seinem Leben<br />
Nur 25-50% der Betroffenen bekommen eine Behandlung<br />
Depressionen treffen alle Altersklassen<br />
Viele Depressionen sind von psychosomatischen Problemen überlagert und werden dadurch nicht erkannt<br />
Hinter vielen Suchtproblemen steckt der Versuch, gegen eine Depression zu kämpfen</p>
<p>Viele der Betroffenen suchen keine Therapieangebote auf, da sie keine Hoffnung auf Erfolg sehen. Fatal daran ist, dass gerade die erlebte Hoffnungslosigkeit symptomatisch für die Depression ist und somit ein Kreislauf entsteht, der schwer zu durchbrechen ist.</p>
<p>Wie kann hier Psychotherapie helfen?<br />
Das Ziel einer therapeutischen Behandlung von Depressionen ist im wesentlich das gemeinsame erarbeiten einer positiven Zukunftserwartung. Ein wichtiger Bestandteil ist hier eine positive Selbstwirksamkeitserwartung. D.h. der Klient macht die Erfahrung, dass er über Mittel und Wege verfügt, seine Lage zu verändern. Im Gegensatz zu einer rein medikamentösen Behandlung, bei der der Betroffene den Eindruck bekommt, der Arzt und das Medikament machen das, liegt bei einer wirksamen psychotherapeutischen Unterstützung der Fokus auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Klienten.</p>
<p>Literatur:<br />
Yapko, M. D. (1988). When living hurts: Directives for treating depression. Philadelphia: Brunner/Mazel.</p>
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