Postheroisches Management

Bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts ging man davon aus, dass eine erfolgreiche Führungskraft eine Art Lichtgestalt von Gottesgnaden war. Nachdem es eine Vielzahl an Forschungsarbeiten zum Thema Persönlichkeit und Führung gibt, ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Die Persönlichkeit der Führungskraft spielt zwar weiterhin eine entscheidende Rolle, dies aber mehr im Hinblick darauf, wie gut es der Führungskraft gelingt, Kommunikationsprozesse zu organisieren und innerhalb der Organisation positive Werte und Leitbilder nicht nur zu kommunizieren sondern auch durch eigenes Vorbild vor zu leben. Fritz Simon beschreibt den Postheroischen Manager in einem Interview auf Youtube sehr treffend: Postheroische Manager.

Im Gegensatz zur historischen Überzeugung, man ist zur Führung geboren oder nicht, geht man heute davon aus, dass es durchaus möglich ist, im Rahmen von Persönlichkeitsentwicklungsmaßnahmen die Führungsqualitäten deutlich zu steigern.

Untersuchungen von erfolgreichen Führungskräften haben ergeben, dass diese durchaus einen stark ausgeprägten (nicht pathologischen) Narzissmus zeigen, d.h. den Wunsch hegen, von anderen bewundert zu werden. Gelingt es nun, sich seiner mehr oder weniger bewussten Motive und Eigenschaften bewusst zu werden und diese zu reflektieren, besteht eine große Chance, einen gutes Selbstmanagement für die kritischen Aspekte seiner Persönlichkeit zu entwickeln. Am Beispiel des Narzissmus ist dies ein gut reflektierter Umgang mit empfundenen Kränkungen bei ausgebliebenen Bestätigungen und die Fähigkeit, gute Leistungen anderer zu würdigen.

Es gibt eine Fülle von Angeboten an Seminaren zu Führungstechniken, die natürlich auch beherrscht werden müssen. Eine echte und nachhaltige Steigerung der Führungsqualität kann insbesondere durch das Arbeiten an und das Reflektieren der eigenen Persönlichkeit gelingen.

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